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Notfallsanitäter

Das "NotSanG" ist da!

Es hat etwas gedauert, aber nun ist es amtlich: Am 27.05.2013 wurde das Notfallsanitätergesetz (NotSanG)im Bundesgesetzblatt verkündet. Damit gilt dieses Gesetz nun offiziell. 

Erwartungsgemäß hat der Bundesrat am 22.03.2013 als letzte parlamentarische Instanz das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) verabschiedet. In zwei Erklärungen fordern mehrere Bundesländer noch Nachbesserungen in Bezug auf Regelungen zur Finanzierung und zu den erweiterten Maßnahmen. Auf den Gesetzestext hat das aber zunächst keine Auswirkungen.

Die dreijährige Notfallsanitäter-Ausbildung wird ab 2014 die grundständige Berufsausbildung "Rettungsassistent(in)" ablösen. Da viele Aspekte der neuen Ausbildung noch nicht fest stehen, können wir derzeit noch keine detailiierten Informationen dazu geben.

Ebenfalls ab 2014 wird es Angebote für die Ergänzungsprüfung der bisherigen Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten geben. Zum Umfang und Ablauf der Prüfung gibt es bisher noch keine Informationen des Gesetzgebers. Sobald diese Vorliegen, werden wir unverzüglich darüber informieren.

Hintergrundinformationen

Die Notfallsanitäter-Ausbildung löst nach einer einjährigen Übergangsfrist die aus dem Jahr 1989 stammende Rettungsassistenten-Ausbildung ab. Aus dem Gesetz ergeben sich zahlreiche Neuerungen für die Berufsausbildung, die wichtigsten Fakten haben wir weiter unten zusammengestellt.

Zwischen 2008 und 2011 haben Fachleute im Auftrag des Bundesgesundheitsminsteriums die Grundlagen für die neue Ausbildung erarbeitet. Am 25.05.2012 veröffentlichte das Ministerium dann den ersten Gesetzentwurf. Nach zwei Anhörungen wurde der Gesetzentwurf dann ab Herbst 2012 auf die Reise durch die Gremien des Gesetzgebungsverfahrens geschickt. Mit nur unwesentlichen Änderungen passierte das Gesetz alle Gremien termingerecht.

Nächster Schritt ist nun die Schaffung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Nachdem das Gesetz nur den Rahmen für die Ausbildung festlegt, werden in dieser Verordnung Stundenzahlen, Inhalte und Einzelheiten für die Prüfungen festgelegt. Erst wenn dieses Papier vorliegt, stehen die Einzelheiten für die neue Ausbildung fest.

Bereits begonnene Rettungsassistenten-Ausbildungen können auch nach Inkrafttreten des NotSanG zu Ende gebracht werden. Rettungsassistenten-Urkunden behalten nach wie vor ihre Gültigkeit, auch besteht kein Zwang zur Umschulung.Welche Notwendigkeit sich zur Umschulung ergibt kann erst beurteilt werden, wenn die Bundesländer ihre Besetzungsvorschriften für die Rettungsmittel anpassen. Hierzu gibt es noch keine Aussagen. Auch wenn das Gesetz nun „steht“, es bleibt weiterhin spannend…

Die wichtigsten Fakten

  • Die Berufsausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit höchstens fünf Jahre. Verkürzungsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen. Umfang und Inhalte der schulischen und klinischen Ausbildungsteile stehen noch nicht fest.
  • Voraussetzung für die Ausbildung ist der Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung. Ein Mindestalter ist nicht mehr vorgesehen.
  • Der Abschluss eines Ausbildungsvertrages mit einem Ausbildungsträger ist ebenso wie die Zahlung einer Ausbildungsvergütung vorgeschrieben.
  • Der Einsatz des Schülers als zweite Einsatzkraft ist zulässig, sofern dadurch die Ausbildung nicht beeinträchtigt wird und zuvor vom Ausbildungsträger die Kompetenz überprüft wurde.
  • Lehrkräfte an den Schulen müssen zukünftig über eine Hochschulausbildung verfügen, allerdings gibt es eine Übergangsregelung für bereits tätige Lehrkräfte. Die Schule hat die Gesamtverantwortung für die Ausbildung.
  • Die Berufsbezeichnung Rettungsassistent(in) bleibt weiter geschützt. Vor dem 31.12.2014 begonnene Rettungsassistenten-Ausbildungen werden nach alter Regelung zu Ende geführt.
  • Wer vor dem 01.01.2014 bereits fünf Jahre als Rettungsassistent(in) tätig war, kann innerhalb von sieben Jahren nach einer Ergänzungsprüfung Notfallsanitäter(in) werden. Bei drei bis fünf Jahren Tätigkeit als Rettungsassistent(in) müssen innerhalb von sieben Jahren 480 Stunden, bei weniger als drei Jahren 960 Stunden ergänzende Ausbildung absolviert werden. Alternativ kann auch die staatliche Notfallsanitäter-Prüfung ohne weitere Ausbildung absolviert werden. Inhalte und Umfang der Zusatzausbildung und der Ergänzungsprüfung stehen noch nicht fest.